Besuchshundedienst

Der Arbeiter-Samariter-Bund Kreisverband Erfurt e. V. bietet ab 01.06 2005 einen regelmäßigen Besuchsdienst mit Hunden für interessierte Senioren- und Pflegeheime oder Krankenhäuser, Kindereinrichtungen und ähnliches im Kreis Erfurt/ Weimar/ Jena an.
Dabei besuchen die Hundeführer ehrenamtlich mit ihren Hunden alte und kranke Menschen in Seniorenheimen, um den Bewohnern den Kontakt mit einem Tier zu ermöglichen und selbst mit ihnen ins Gespräch zu kommen.
Die Wirkung von Tieren in Heimen ist aus Studien, die vor allem in USA durchgeführt wurden, schon lange bekannt. Neben der Erfahrung mit der Haltung von eigenen Hunden durch die Bewohner hat man auch die positive Wirkung von "Stationshunden" auf Pflegestationen untersucht und dokumentiert.
Auch in Deutschland wurde eine umfassende Studie über ein Hundebesuchsprogramm durchgeführt.
Viele dieser Studien zeigen, dass die meisten Patienten einen glücklicheren Eindruck machen, sich weniger zurückziehen und geistig beweglicher wirken, wenn sie regelmäßig von Hund und Hundeführer/In besucht werden. Häufig wird auch die Kommunikation der Bewohner/Patienten untereinander deutlich angeregt. Sie pflegen lebhaftere soziale Interaktionen, sind körperlich und sozial aktiver, übernehmen mehr Verantwortung und zeigen mehr Selbstbewusstsein.
Physiologische Wirkungen
- Senkung von Blutdruck und Puls durch Streicheln und reine Anwesenheit
- Muskelentspannung durch Körperkontakt
- Schmerzverringerung, Beruhigung und euphorisierende Effekte durch Freisetzung von Beta-Endorphinen (Stabilisierung des Immunsystems) über erregungssenkendes Lachen uns Spielen
- Allgemeine Verbesserung der Gesundheit durch Bewegung eventuell an frischer Luft durch Spiele
Psychologische Wirkungen
- Förderung des emotionalen Wohlbefindens durch akzeptiert werden, geliebt werden, Bestätigung, Trost, Zärtlichkeit, spontane Zuwendung, Begeisterung
- Psychologische Stressreduktion, Beruhigung und Entspannung durch Wahrnehmungs- und Interpretationsveränderung von Belastung, "gelassenere" Stressbewertung, Trost und Beruhigung, Aufwertung von kleinen Freuden.
- Antidepressiva und antisuizidale Wirkung durch Zusammensein und Gemeinsamkeit, Vertrauen und Vertrautheit, emotionale Zuwendung, Trost, Verantwortung, Freude, Lebendigkeit, Spontanität und Spaß.
Soziale Wirkung
- Aufhebung von Einsamkeit und Isolation durch den Tierkontakt und durch die Kontakte, die über das Tier entstehen. Das Tier gibt Gesprächsstoff.
- Abbau von Einsamkeit
- Freude
- Möglichkeit zum Ausdruck von Gefühlen
Mit fortschreitendem Hilfe- und Pflegebedarf geht die körperliche Funktionstüchtigkeit von älteren Menschen zurück, sie sind also immer mehr auf fremde Hilfe angewiesen.
Das Interessenspektrum älterer Menschen engt sich mit steigendem Hilfebedarf ein, nur passiv-rezeptive Freizeittätigkeiten, wie z.B. Fernsehen oder Radio-Hören werden noch ausgeübt, dies häufig ohne Freude und mit geringer emotionaler Beteiligung.
In die Erinnerungen älterer Menschen drängen sich belastende und negative Ereignisse auch aus der Vergangenheit stärker in den Vordergrund und das Gespür für die kleinen Freuden im Alltag gerät in den Hintergrund.Der Lebensraum im Alter - sowohl der Aktionsradius als auch der psychische Erlebnisraum - wird immer enger. Die Umwelt bietet kaum noch Anreize, die für ältere Menschen attraktiv sind.Durch den Tierbesuchsdienst versuchen wir, den Einrichtungen Eindrücke über die positive Wirkung von Tieren auf ältere Menschen zu vermitteln, und damit den Weg für eine weitere Öffnung der Institution für die Arbeit mit Tieren zu öffnen.
Der Besuchsdienst soll ein Beitrag sein, die Lebensqualität der Menschen in Heimen zu verbessern.

Therapie mit Branco
Maria ist eine 16-jährige Autistin, welche zu Beginn der Therapie panische Angst vor Hunden hatte. Dies äußerte sich in Schreien, Weglaufen bis hin zur Inkontinenz aus Angst. Nach vielen Monaten der Therapie mit Branco - Anfangs täglich, später wöchentlich- streichelte sie ihn am Schluß und führte ihn sogar stolz an der Leine. Was für ein Erfolg!
Da Branco leider während der Therapie, auf Grund einer plötzlichen, unheilbaren Erkrankung (Eosinophile Myositis) verstarb; wurde die Therapie dann mit seinem Halbbruder Artus weiter geführt. Aber auch Artus und Maria haben schnell einen Draht zueinander gefunden.....











